Die Geschichte hinter dem Lied „Behindert?“
Es gibt Begegnungen, die lassen dich nie mehr los.
Sie prägen dich – nicht durch große Worte, sondern durch etwas Tieferes.
Etwas, das du erst Jahre später in Worte fassen kannst.
Dieses Lied beginnt mit Jonny, meinem Bruder.
Jonny ist nicht wie die anderen.
Und das ist gut so. Denn er trägt etwas in sich,
das viele längst verloren haben:
Echtheit. Klarheit. Frieden mit dem Moment.
Er nimmt jeden Tag, wie er kommt.
Er bewertet nicht, er vergleicht nicht,
er lebt.
Einfach. Und dadurch … groß.
Und dann war da dieses Mädchen aus meiner Kindheit,
sie saß im Rollstuhl, hatte starke Spastiken.
Viele gingen vorbei. Manche schauten verlegen.
Aber ich bin immer zu ihr hingegangen.
Weil ihre Freude – wenn sie mich sah –
mich überrollt hat.
Sie konnte kaum sprechen,
doch ihr Strahlen war wie ein Sonnenaufgang.
Und wenn sie meine Hand griff,
dann dachte ich:
„Die zerquetscht sie mir.“
So viel Kraft.
So viel Intensität.
So viel Leben –
in einem Körper,
den viele nur als „defizitär“ betrachteten.
Aber ich habe etwas anderes gesehen.
Etwas, das man mit den Augen nicht erkennt,
sondern nur mit dem Herzen:
Tiefe.
Wahrheit.
Ungefilterte Schönheit.
Dieses Lied ist für sie.
Für Jonny.
Für das Mädchen im Rollstuhl.
Für alle, die wir leichtfertig „behindert“ nennen –
aber die in Wahrheit vielleicht vollständiger sind als wir.
Denn was, wenn wir die Begrenzten sind?
Was, wenn sie sehen, was wir übersehen?
Was, wenn in ihrer scheinbaren Schwäche
eine göttliche Stärke verborgen liegt?
Sie lehren uns Geduld.
Sie lehren uns echtes Mitgefühl.
Sie reißen Masken herunter –
einfach nur, indem sie sind.
Und genau darin liegt ihre Berufung:
Nicht behindert –
sondern berufen.
Gesandt.
Echt.
Heilig.
Aber es endet nicht hier.
Denn Gott hat noch mehr versprochen.
„In einem Augenblick, in einem Wimpernschlag,
bei der letzten Posaune …
wir werden verwandelt werden.“
(1. Korinther 15,52)
Wenn Jesus wiederkommt,
werden sie verwandelt –
in Körper, die frei sind.
Leicht. Stark. Vollkommen.
Keine Spastiken.
Keine Begrenzung.
Kein Schmerz.
Nur noch: Herrlichkeit.
Und wir werden sagen:
„Das warst du die ganze Zeit …
und wir haben es nicht gesehen.“
Sie tragen jetzt schon mehr Licht,
als viele gesunde Körper je ausstrahlen.
Und bald wird dieses Licht offenbar.
Sie sind nicht für immer eingeschränkt.
Nicht im Himmel.
Nicht in der Ewigkeit.
Nicht einmal mehr ab dem Moment, in dem Jesus zurückkehrt.
Dieses Lied ist ein Zeugnis.
Ein Danke.
Ein Ruf zur Umkehr in unserem Blick.
Ein Zeichen für eine Wahrheit, die schon immer galt:
Nicht behindert.
Sondern:
Geliebt.
Gesandt.
Geheiligt.
Und bald – verwandelt.
