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Die Geschichte hinter dem Lied Toleranz vs. Wahrheit

Toleranz.
Ein Wort, das in unserer Zeit klingt wie ein Gütesiegel.
Wer tolerant ist, gilt als reif. Als reflektiert. Als sozial kompatibel.
„Lass jeden so sein, wie er will – Hauptsache, du störst niemanden.“

Aber irgendwann wurde mir klar:
Toleranz wird heute oft verwechselt mit Gleichgültigkeit.
Nicht aus Hass – sondern aus Bequemlichkeit.

Denn echte Liebe – kann nicht gleichgültig bleiben.

Ich hab mich oft dabei ertappt:
wie ich geschwiegen habe, obwohl ich sehen konnte, dass etwas zerstört.
Wie ich zugesehen habe, nur um nicht unbequem zu sein.
Wie ich innerlich getobt habe – aber äußerlich gelächelt.

„Ein Schweigen, das den Schmerz nur zudeckt…“

Dieses Lied ist aus diesem inneren Konflikt entstanden.
Aus dem Ringen zwischen „friedlich bleiben“ und „ehrlich sein“.
Zwischen einem stillen Mitläufer und einem aufrichtigen Menschen.

Und dann erinnerte ich mich an Jesus.
Wie oft er Dinge klar benannt hat – nicht aus Härte, sondern aus Liebe.
Er hat nie geduldet, was zerstört.
Aber er hat auch nie verurteilt, um zu vernichten.
Er sprach die Wahrheit – und blieb trotzdem nah.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14,6)

Wahrheit ist keine Meinung.
Sie ist nicht relativ.
Sie ist nicht taktisch.
Sie ist eine Person.
Und sie ist gekommen, um frei zu machen – nicht, um dich zu rechtfertigen, wie du bist, sondern um dich zu lieben, wie du wirklich gemeint bist.

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe…“ (Epheser 4,15)

Toleranz schweigt.
Wahrheit in Liebe spricht.
Nicht um zu verletzen – sondern um zu heilen.

Und deshalb endet dieses Lied nicht mit Konfrontation, sondern mit Einladung.
Zur Verantwortung. Zur Klarheit. Zur Gnade.
Nicht als Dogma. Sondern als Weg – hinein in das Herz der Liebe.